Kafkaeske Klassenräume mit gesunden Einstellungen zu Godot – die Tweets der Woche

Die vergangene Woche war wieder etwas schöner nur dank eurer Tweets! <3

Montag

Der Montag brachte die Erkenntnis, dass die deutsche Politik Kafka geschlagen hat, eine wagemutige Feuerwehr und es gab viiiiiel Spott für Seehofer.

Dienstag

Eine verspätete Rezension von Keinohrhase eröffnet den Dienstag, außerdem gab es einen typischen deutschen Klassenraum und goldenes Schweigen.

Mittwoch

Am Mittwoch jaulte ein Hund bei seinem Lieblingsfilm mit, ein Kind hatte eine gesunde Einstellung zu seinem Zeugnis. Der Tag brachte das Rätsel der Pinguine, Lager auf deutschem Boden und ein Reh spielte Fangen mit einem Hund.

Donnerstag

Am Donnerstag wurde mal wieder auf Godot gewartet. Es gab einen Catnap, und das EU-Parlament entschied gegen Uploadfilter.

Freitag

Am Freitag gab Lucy uns eine Entscheidungshilfe für den Fall, dass wir alle planen, ein Hochbett anzuschaffen, die deutsche Sprache verlor die Lust und Brasilien hatte ein Dejavu.

Samstag

Der Samstag stand vor allem im Scheinwerferlicht der Demos für die #Seebrücke. Außerdem gab es mal wieder Fußball und den eindeutigen Hinweis, dass du mal wieder Fahrradfahren solltest.

Sonntag

Am Sonntag schließlich gab es eine Zeitschleife auf deutschen Autobahnen und die Erklärung des Internets.

Als Bonus außerdem mein erfolgreichster Tweet der Woche:

Platon – Die Anamnesislehre

Heute möchte ich zusammen mit euch den skeptischen Zweifel überwinden, dass Erkenntnis nicht möglich ist, dass wir also nicht zwischen wahr und falsch unterscheiden können und euch stattdessen Platons Ausweg zeigen: Die Anamnesislehre. Hier als Video oder darunter als Text.

Erinnert ihr euch noch an die Mäeutik von Sokrates? Also die Theorie, dass wir Wissen schon in uns tragen und man es nur – zum Beispiel durch geschicktes Fragen – zur Welt bringen muss? Ich hatte damals im dritten Sokrates-Teil die Frage gestellt, wo das Wissen denn herkommt, aber ich hatte euch keine Antwort darauf geliefert nur eine Analogie zu unseren heutigen Auffassungen von impliziten und expliziten Wissen.

Nun, Platon gibt eine Antwort: Dieses Wissen kommt daher, dass unsere Seele vor unserer Geburt die Ideen an einem überhimmlischen Ort, einem topos hyperuranios geschaut hat. Das ist die sogenannte Anamnesis-Lehre. Also die Lehre von der Wiedererinnerung. Implizites Wissen beweist nach Platon sowohl dass die Seele unsterblich ist, als auch, dass Ideen existieren. Hier benutzt er das Bild von der Tafel wieder: Unser Erkenntnisvermögen kommt nicht als leere Tafel (als Tabula Rasa) auf die Welt, auf die dann die Sinneseindrücke eingeprägt werden, stattdessen ist die Tafel bereits vorgeprägt. Sie strukturiert von Anfang an die Sinneseindrücke gemäß ihrer Vorprägung.

Jetzt mal ganz abgesehen von dem ganzen metaphysischen Unterbau. Die Erkenntnis, dass unsere Seele, unser Geist oder unser Gehirn keine Tabula Rasa ist, sondern selbst etwas mitbringt, um die Sinneseindrücke zu strukturieren, ist eine verdammt gute Theorie. Eine Theorie, die noch heute über 2300 Jahre später Bestand hat. Kant macht zum Beispiel klar, dass wir das Kausalitätsprinzip nicht empirisch beweisen können. Denn alle unsere Beweismethoden setzen die Existenz der Kausalität immer schon voraus. Mit anderen Worten: Unser Geist bringt das Konzept der Kausalität hervor. Oder in Platons Worten: Wir haben die Idee der Kausalität geschaut und daher war sie in unsere Seele vorgeprägt.

Ein anderes Beispiel: Der Linguist und Philosoph Noam Chomsky vertritt die Theorie, dass uns die Sprache angeboren ist. Und zwar glaubt er nicht nur, dass dem Menschen ein abstraktes Sprachvermögen angeboren ist, sondern meint, dass wir schon die Grammatik mit auf die Welt bringen und als Kleinkind nur lernen, zu differenzieren, welche der möglichen Grammatiken wir in unserer Sprachgemeinschaft verwenden. Sein Argument dafür ist, dass die Zeit, in der das Kleinkind Sprache lernt, zu kurz ist für die Leistung, die es schon mit 1,5 bis 2 Jahren hervorbringt. Obendrein ist nach Chomsky die Datenmenge, die das Kind als Input bekommt, viel zu gering, um so ein komplexes System wie die Grammatik zu erlernen. Er vergleicht die Komplexität der Grammatik einer Sprache mit der Quantenphysik. Und kein Kleinkind ist in der Lage, Quantenphysik zu lernen, aber alle lernen, zu sprechen.

Schließlich geht auch die Psychologie heute davon aus, dass unsere Gehirne einiges mit auf die Welt bringen, etwa die Fähigkeit, Muster zu erkennen. Ich hoffe, ihr versteht jetzt, dass Platon ein verdammtes Genie war und warum ich meine Platon-Staffel mit dem Zitat Alfred North Whiteheads begonnen habe:

“Die sicherste allgemeine Charakterisierung der philosophischen Tradition Europas lautet, daß sie aus einer Reihe von Fußnoten zu Platon besteht.” 

Zurück zur Anamnesis-Lehre: In Platons Dialog ‘Menon’ lässt Sokrates einen Sklaven ohne schulische Ausbildung geometrische Aufgaben lösen. Durch geschicktes Fragen führt Sokrates ihn zur Lösung. Da der Sklave diese Aufgaben nicht in dieser Welt gelernt hat, schließt Platon, dass seine Seele die Lösungen schon vor der Geburt gekannt haben muss und nun bloß dazu gebracht werden muss, sich wieder zu erinnern.

Platons Antwort auf die große Frage: Was ist Wissen? Lautet also: Die Wiedererinnerung an die Ideen, die unsere Seele vor ihrer Geburt geschaut hat. Das ist ein eleganter Ausweg aus dem Münchhausen-Trilemma, wenn man zweierlei akzeptiert:

  1. Dass die Ideenlehre stimmt – womit wir schon in Vergangenheit ein Problem hatten.
  2. Dass die Seele unsterblich ist – womit wir vielleicht in der Zukunft ein Problem bekommen werden.

Doch bevor wir uns Platons Unsterblichkeitsbeweisen und anschließend seinem Gottesbeweis zuwenden, werden wir beim nächsten Mal erst noch den Themenblock Erkenntnistheorie abschließen, indem wir uns fragen, was der alte Grieche zum Teilbereich der Wissenschaftstheorie zu sagen hat.

Dinge, die ich noch nie gemacht habe …

Ich lese gerade “Harold & Maude” und Maude macht jeden Tag etwas, das sie noch nie gemacht hat. Das fand ich eine schöne Idee und habe diese Woche auch jeden Tag etwas gemacht, das ich noch nie zuvor tat…

Ich habe auch noch nie Instagram-Fotos eingebettet. Ich hoffe, ihr könnt euch hier durch das Album klicken (darunter stehen die Erklärungen):

Dinge, die ich noch nie gemacht habe.

Ein Beitrag geteilt von Daniel Brockmeier (@privatsprache) am

Freitag … habe ich meinen allerersten Mango-Lassi getrunken. Spoiler: Es hat die Konsistenz und den Geschmack von Trinkjoghurt. Ich denke, es ist eigentlich Trinkjoghurt, der nur von verzweifelten Marketing-Menschen “Lassi” genannt wird. Dabei weiß doch jede/r, dass das hier Lassi(e) ist:

via GIPHY

Samstag … war ich zum ersten Mal im neuen Gebäude des Horts meiner Tochter (10). Es war mit ziemlicher Sicherheit auch das letzte Mal. Das Gebäude wurde gerade neu gebaut, aber meine Tochter hat nächste Woche Freitag ihren allerletzten Horttag. Aus dieser comicesque kleinen Kaffeetasse musste ich übrigens trinken, weil im Hort gefrühstückt wurde, nachdem meine Tochter dort die Nacht verbracht hat. “Schlafen” kann man das, was meine Tochter da gemacht hat, allerdings nicht nennen:

Sonntag … habe ich diesen Granatapfel-Zitronen-Eistee getrunken. Ich hatte die Dame am Tag zuvor gebeten, mir etwas aus dem Supermarkt mitzubringen, was ich garantiert noch nicht kenne. Dieses “Getränk” (in Ermangelung eines besseren Wortes) war süß.

Montag … bin ich in der Mittagspause zum ersten Mal durch die Leibbrandstraße gegangen. Nun, was soll ich dazu sagen? Meinem Leben hätte wahrscheinlich nicht sonderlich viel gefehlt, wenn mit diese Erfahrung entgangen wäre.

Dienstag … habe ich zum ersten Mal diese Milka-Softkekse gegessen. Sie waren süß. Und etwas zu trocken für meinen Geschmack. Also zumindest, wenn man sich “SOFT”-Keks nennt, dann sollte man sich auch schon etwas Mühe geben, auch wirklich Soft zu sein. Wobei ich ehrlich gesagt gar nicht weiß, wie die Dinger in Wirklichkeit heißen.
¯\_(ツ)_/¯

Mittwoch … habe ich zum ersten Mal diese Fanta Pink Grapefruit getrunken. Erkennt ihr schon das Muster?^^Jedenfalls war sie angenehm sauer.

Donnerstag … also heute habe ich nicht nur zum ersten Mal diese Art von Blogpost geschrieben, ich bin auf dem Weg zum Training auch zum ersten Mal durch die Straße Zum Schlegelhof gefahren. Was wohl ein Schlegelhof ist? Da ist auch der Sitz der “Oberfinanzdirektion”. Ich habe auch keine Ahnung, was das ist. Vielleicht so eine Art Orchester von Finanzbeamten und diejenigen, die Schlegel für ihre Instrumente brauchen, treffen sich zum Rauchen immer auf dem Hof. Aber nur ganz vielleicht …

Das war meine Woche. Ich habe vor, das weiter durchzuziehen. Mal sehen, ob mir das gelingt. 😉

Meine Tweets der Woche 26 im Jahr 2018

Kennt ihr Favstar? Das waren die inoffiziellen Twitter-Charts. Eine nette Seite, um Tweets zum Lachen und Schmunzeln zu finden. Leider hat Favstar den Laden dicht machen müssen, da Twitter ihr die Programmierschnittstelle dichtgemacht hat. Ein weiterer Schritt im unsäglichen Versuch von Twitter, sich einzumauern. Aber wo die Technik versagt, da müssen wir Menschen die Lücke füllen. Damit all die kleinen Kunstwerke unseres liebsten Netzwerks nicht verloren gehen, möchte ich nun wieder anfangen, regelmäßig zu zeigen, was mich diese Woche zum Lachen, Nachdenken oder zum Herzschmerz führte.

Montag

Die Woche begann mit Arbeit, gut gelaunten Senegalesen und Introvertierten.

Dienstag

Am Dienstag gab es Horror-Hühner und grazile Hyänen …

Mittwoch

Am Mittwoch ein Kamel mit Appetit und Eltern mit den falschen Präferenzen. Außerdem noch Denken in der Box und Liebe!

Donnerstag

Am Donnerstag machten Bezemas Worte klar, was falsch ist am ekeligen Özil-Bashing seit dem Ausscheiden der Mannschaft. Außerdem gab es Hoffnung auf das Schweigen der Bild.

Freitag

Am Freitag fand jemand die richtige Antwort … Es gab die schlechteste Uni-Werbung der Welt und zu guter Letzt gab es auch noch Söder.

Samstag

Am Samstag gab es Sommer, Christiano Ronaldo und noch die Freuden der Masturbation. o.O

Sonntag

Am Sonntag gab es die Freuden der Elternschaft und Spott für Seehofer …

Bis nächste Woche!