12 von 12 im Januar 2018

So sah mein 12. Januar aus …

Aufstehen – etwas später …

Da wir wegfahren wollten, hatte ich mir den Freitag freigenommen. Es gab Kaffee im Bett.

Außerdem hatte ich Zeit, die neuste Podcastfolge für den Spätfilm zu schneiden. Im Augenblick läuft der #Japanuary, in dem es darum geht, japanische Filme zu gucken. Mit Kamil von den Archivtönen habe ich ‘Die Frau in den Dünen‘ und ‘Tokyo Story‘ besprochen.

Ein Armbruch ist kein Beinbruch

Am Donnerstag hatte ich die Arbeit vorzeitig verlassen müssen. Meine Tochter (10) war beim Schlittschuhlaufen mit dem Hort gestürzt. Der Nachmittag bestand dann aus Wartezimmern, Behandlungszimmern, Wartezimmern, Röntgenzimmern, Wartezimmern, Behandlungszimmern, Wartezimmern, Behandlungszimmern und schließlich stand fest: Der Arm ist gebrochen. Der Gips wird grün.

Auf Reisen

Während die Dame mit der Tochter zur Gipskontrolle fuhr (es wurde überprüft, dass der Arm nicht über Nacht so sehr angeschwollen ist, dass der Gips ihn abschnürt), legte ich letzte Hand ans Gepäck. Dann ging es los.

Mit Tram, …

… Euro City …

… und Inter City ging es in ein …

Beschauliches schwäbisches Städtle

Wir nutzten nach unserer Ankunft das schwindende Tageslicht, um noch einmal einen Bummel durch die Kleinstadt-Idylle zu machen.

Albernheiten inklusive.

Als das Himmelslicht aus und die beschauliches Stadtbeleuchtung anging, machten wir uns auf den Heimweg.

Bier und Bett

Ein alkoholfreies Weizen trank ich noch. Ihr wisst schon: Das Jahr hat gerade begonnen, die guten Vorsätze noch frisch im Hirn verankert. Ich habe mir vorgenommen, erst einmal eine Weile auf Alkohol zu verzichten.

Ein paar Seiten las ich anschließend noch in ‘Ein Buch Namens Zimbo‘*. Ein Buch von Max Goldt stand schon lange auf meiner Wunschliste. Als Jugendlicher hatte ich eine Zeitlang Titanic gelesen und Goldts Kolumne immer sehr geliebt (Goldt würde heftig abstreiten, dass es sich um eine Kolumne handelte). In meiner WG zu Studienzeiten lag eine Weile lang eines von Max Goldts Büchern auf der Toilette und es war einer der lustigsten Texte, die ich je gelesen habe. Vor etwa einem Jahr las ich dann ein Interview mit dem Autor (er würde heftig abstreiten, dass er Interviews gibt) und wollte meine Beziehung mit Goldt gerne wieder auffrischen.

So kam ich an ‘Ein Buch Namens Zimbo‘. Heute habe ich es zu Ende gelesen. Und, was soll ich sagen? Max Goldt ist alt geworden. Er ist noch immer äußerst gewandt im Umgang mit Worten und ein brillanter Beobachter (Goldt würde das heftig abstreiten). Aber er schreibt auch vieles, was einfach nur nach Grumpy Old Man, an dem die Gegenwart zu schnell vorbeirast, klingt.

¯\_(ツ)_/¯

Wir lesen uns nächsten Monat. Oder … Gleich! Dann veröffentliche ich hier meine 17 besten Meine-Tochter-Tweets 2017. Schaut doch mal rein.

 

*Tückischer Afilli-Link: Wenn ihr das Buch kauft, bekomme ich eine winzige Provision und freue mich.

12 von 12 im Dezember 2017

Ich habe es endlich mal wieder geschafft, bei 12 von 12 mitzumachen. So war mein 12. Dezember:

Vorweihnachtszeit

Wie haltet ihr es mit Weihnachten? Ich bin ein großer Fan! Daher habe ich für meinen Morgenkaffee die Nikolaustasse herausgekramt. Und das ist nur der Anfang …

Der Weg zur Arbeit

Ich fahre mit dem Rad zur Arbeit. Und eigentlich mache ich das sehr gern. Denn mehrere Kilometer am Main entlang zu radeln, ist ein guter Weg, den Tag zu beginnen …

Allerdings fällt mir das im Dezember schon manchmal schwer, wenn es nass, kalt und vor allem dunkel ist. Der Winter ist wirklich nicht meine liebste Jahreszeit. Zumindest nicht im hessischen Tiefland, wo Schnee höchstens mal einen Sonntagnachmittag liegt, bevor er wieder weg ist.

Jetzt muss ich aber an den Schreibtisch. Hier ein Blick ins Treppenhaus unserer Agentur. Zumindest noch. Im Herbst nächstes Jahres werden wir umziehen. Ihr seht das dann vielleicht in den 12 von 12.

Mittagspause

Ich habe mir schnell eine Mate, eine Cola und einen Salat gekauft und habe die fünf trockenen Minuten des Tages genutzt, um zu meinem Lieblingsplatz am Main zu laufen.

Dort habe ich einen schnellen Handstand gemacht. Ich bin total außer Form, im Winter ist Capoeira hart. Das Training findet im Süden Frankfurts, in Sachsenhausen statt. Ich wohne im Westen, im Gallus. Abends eine halbe Stunde durch Kälte, Nässe und Dunkelheit zu fahren, kostet mich viel Überwindung und oft ziehe ich das Sofa vor. Da kann ich wenigstens in der Mittagspause einen Handstand machen.

Den Rest der Pause verbrachte ich dann auf dem Sofa vor unserem Social-Media-Büro. Meine Kollegin Johanna ist leidenschaftliche Instagrammerin und kritisierte, dass ich selbst in meinen 12 von 12 fast nie vorkomme. Daher machte sie als Beitrag dieses Foto von mir.

Feierabend

Wer hätte es gedacht: Als ich nach Hause fuhr, war es natürlich schon wieder nass, kalt und dunkel.

Abendessen

Die Dame war mit unseren Töchtern auf der Weihnachtsfeier im Kindergarten. Daher machte ich das Abendessen: Pizza. Die beiden kleinen Connaisseurinnen essen ihre Pizza derzeit nur mit Oliven! Kann man machen …

 

Nach dem Abendessen, Kinder ins Bett bringen und ein paar Weihnachtsvorbereitungen sahen die Dame und ich noch eine Folge Star Trek: Deep Space 9. Wir haben die Serie vor 10 Jahren schon einmal zusammen gesehen und machen dies nun ein zweites Mal. Bald sind wir durch, denn am 12. gab es schon das Staffelfinale der vorletzten Staffel.

Schlafenszeit

Vor der Nachtruhe gab es noch ein paar Seiten  aus 50 Shades of Merkel. Einer Essay-Sammlung über die Kanzlerin von Julia Schramm. Manchmal spekuliert mir die Autorin zu viel über die inneren Zustände, Motivationen und Sehnsüchte von Frau Merkel. Aber insgesamt ist das eine sehr interessante Lektüre, die viel über die mächtigste Frau Deutschlands zu berichten weiß.

Seit 2003 notiere ich mir alle Bücher, die ich gelesen habe. Der Trend bei mir lange nach unten. Handy, Glotze, Internet gewannen das Rennen. Doch dieses Jahr habe ich schon 21 Bücher gelesen, so viel wie seit 9 Jahren nicht. Das macht mich ein bisschen stolz.

Danach wurde geschlafen. Gute Nacht!

12 von 12 im September 2017

Das war mein 12. September 2017.

Morgentrunk

Um 6:30 ging es los. Während die Dame im Bad ist, gibt es für meine Tochter (3) Milch und für mich Kaffee. Das hat den schönen Vorteil, dasss das Erwachen ganz friedlich ist. Während “aufstehen!” zu apokalyptischen Wutausbrüchen führen kann, führt “Millch!” nur dazu, dass sich die Körperposition der Kleinen um 90° ändert. Am Ende der Flasche sind ihre Augen dann auch weit genug geöffnet, sodass sie den Tag beginnen und ich ihre große Schwester wecken kann.

Frühmorgens am Main

Ja, wie solll ich euch das schonend beibringen? Der Sommer ist vorbei.

Am 12. September war es aber zumindest morgens noch trocken und da die kühlen Temperaturen die Fahrradtouristen verscheuchen, war es am Main nicht nur schön sondern auch schön leer.

Frühschicht

Ich mache beruflich “was mit Social Media”. Und einer aus unserem Team fängt immer schon um 8 Uhr an, zu arbeiten, um die Lage vor allem auf Facebook zu checken und den Hof zu fegen. Damit der Rest des Teams um 9 Uhr ohne böse Überraschungen mit seiner Arbeit anfangen kann. Wir nennen das etwas staatstragend “Frühschicht”. Gestern hatte ich die Frühschicht inne.

Mittagspause

Auf dem Weg zu dem Platz am Osthafen, auf dem ich meine Pausen verbringe, solange es das Wetter noch zulässt, kam ich an den Überresten dieser ehemaligen Industriearchitektur vorbei.

Noch 24 Tage

… Dann findet das diesjährige Capoeira-Event von meiner Gruppe Aruanda Frankfurt statt. Um in Form zu kommen und die Vorfreude zu steigern, haben wir die Challenge #tododia gegründet. Es gilt, jeden Tag Capoeira zu trainieren, immmer drei Bewegungen. Diese Woche waren es Ginga, Role und Au. Diesen Handstand (Bananeira) habe ich nur für die Show noch dazugepackt. 😉

Feierabend

Früh mit der Arbeit anfangen, heißt auch: Früh Feierabend.

Einkaufen

Die Kleinste und ich gingen dann noch zum Supermarkt, um den Wocheneinkauf zu erledigen.

Als wir wieder auskamen wurden wir von einem Regenschauer überrascht, der seinesgleichen sucht …

Tja, der Sommer ist vorbei. Ich sag es ja. Es wird Herbst.

Podcasten

Als die Kinder im Bett lagen, haben die Dame und ich die neueste Folge des Spätfilms aufgenommen. Es ging um Notorious von Alfred Hitchcock. Merlin hat uns dazu einen  Einspieler vorbereitet, auf den ihr euch freuen könnt, sobald ich die Folge fertig geschnitten habe.

Schlafenszeit

Kurz hatte ich noch überlegt, eine Folge Last Week Tonight zu sehen. Für die fünf unter euch, die die Show noch nicht kennen: Es ist eine tolle Kombination aus Comedy und politischem Magazin. Absolute Sehempfehlung. Aber gestern nicht mehr für mich: Der Schlaf übermannte mich.

12 von 12 im August 2017

Mein 12. August war recht unspektakulär und geprägt von einem Kater, Haushalt, Capoeira und einem Podcast. Seht selbst …

Ein später erster Kaffee

Ich war am Freitagabend aus. Es wurde spät und es gab zu viel Alkohol. Als ich nachts mit dem Rad nach Hause fuhr, war aus dem Nieselregen, der den ganzen Tag niedergegangen war, zu allem Überfluss auch noch ein Wolkenbruch geworden. Sodass ich betrunken und klatschnass mitten in der Nacht nach Hause kam. Die Dame war so freundlich, mich halbwegs ausschlafen zu lassen und sich um die Kinder zu kümmern. So kam es, dass ich erst um 9:30 Uhr aufwachte und erst einmal Kaffee trank. Für Eltern ist das spät …

Viel Wasser und Scorsese

Wenn du als Single einen Kater hast, dann kannst du ihn ausgiebig zelebrieren. Als Elternteil ist dir das nicht vergönnt. Du musst trotz Kopfschmerzen und Übelkeit funktionieren. Bist schließlich selbst schuld … Nun kam es aber, dass meine Tochter (2) krank war. Keine Ahnung, was sie hatte, denn einen Tag später ging es wieder. Aber gestern hatte sie leichtes Fieber, Kopfschmerzen und hat den halben Tag verschlafen. Da konnte ich mich zu ihr auf das Sofa gesellen, viel Wasser trinken und Martin Scorseses Casino gucken.

Genug gefaulenzt

Tja, aber irgendwann musste ich dann doch die samstäglichen Pflichten wahrnehmen. Da die Dame und ich beide Arbeiten, ist der Samstag der Hausarbeit vorbehalten. Wäsche waschen und Wohnung putzen waren mein Job …

Zurück auf der Couch

Während die Dame ihren Teil erledigte, übernahm ich wieder die Wache am Krankenbett. Robert De Niro leistete uns Gesellschaft.

Einkaufen

Meine Tochter (10) war wegen der sommerlichen Schließzeit des Horts und einem eklatanten Mangel an Urlaubstagen auf Seiten der Dame und mir drei Wochen bei Omi und Opi. Doch statt ihrer Eltern hatte sie wohl am meisten ihr Zimmer vermisst, denn in dem saß sie den ganzen Tag bei geschlossener Tür und widmete sich ihrem Spielzeug. Als ich Einkaufen ging, kam sie dann aber doch mal mit …

Und ein letztes Mal auf der Couch

Danach gab es die nächste Schicht am Krankenlager.

Kochen und Essen

Zusammen mit der Großen machte ich dann erst einmal einen gesunden Salat. 😉

Capoeira

Meine Capoeira-Gruppe macht gerade eine “Challenge” #tododia. Jeden Tag müssen wir drei Bewegungen machen, aufnehmen und in unserer WhatsApp-Gruppe posten. Jeden Tag. Auch gestern. Mein Ergebnis war katastrophal, aber ich habe es gemacht …

Podcasten

Vor zwei Jahren haben die Dame und ich “Der Herr der Ringe: Die Gefährten” im Spätfilm besprochen, indem wir Buch und Film verglichen. Nun haben wir mit “Die zwei Türme” nachgelegt. Wir haben lange gebraucht, das Buch zu lesen. Aber wir hatten dann auch viel zu sagen. Wie ihr seht, ist die Folge vor dem Schnitt 4 1/2 Stunden lang. Da wird zwar noch einiges rausfliegen, dennoch wird es wohl die längste, die wir je gemacht haben. Ich muss jetzt auch weg. Podcast schneiden …

Nazis mit dem Hut besiegen

Die Dame und ich hatten heute Morgen eine Diskussion über die Attraktivität des jungen Harrison Ford mit schockierendem Ausgang:

Ich echauffierte mich, wie sie denn Han Solo und Indiana Jones unattraktiv finden könne!

Daraufhin schaltete sich meine Tochter (9) ein: “Wer ist Indiana Jones?”
Ich: “Der Coolste überhaupt! Er ist Uniprofessor für Archäologie und geht auf die Suche nach Schätzen. Er hat einen Hut und eine Peitsche – damit besiegt er die Nazis!”
“Wie kann er denn mit einem Hut die Nazis besiegen?”

Ich werde hier einfach nicht verstanden …

12 von 12 im Mai 2017

Der Mai ist gekommen und hier kommen 12 Bilder vom 12. meines Monats.

Die Ruhe vor der Sturm

Der Tag begann mit Malen. “Aber, Tochter (2), möchtest du nicht lieber ein großes Blatt Papier?” “Nein, auf kleines ‘pier malen!” Danach ging es ins Bad …

Bitte bewundern Sie, dass ich meine Tochter (2) komplett in olivgrün gekleidet habe. Es war zwar nicht ganz einfach, das als “Elsa-Kleid” bei ihr durchzukriegen, aber beim Zähneputzen willst du schließlich gut getarnt sein.

Wetter und so …

Ich fahre jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit. Fünf Mal in der Woche, sechs Kilometer hin und wieder zurück. Da aber vier Kilometer dieser Strecke am Main entlangführen, ist das normalerweise eine sehr schöne Sache. Auch das Wetter war in diesem Jahr sehr gnädig mit mir. Dann kam der Mai. Ich glaube, schon jetzt, beendete ich im Mai diesen Weg häufiger durchnässt als in den vier Monaten zuvor zusammen.

Allerdings kam zur Mittagspause die Sonne raus. Wann immer es irgend möglich ist, verbringe ich meine Arbeitsunterbrechung auf diesem kleinen Platz am Frankfurter Osthafen. Im Frühling war ich meist alleine, doch jetzt kommen langsam die Temperaturen, in denen es hier sehr voll werden kann. Denn die Lagerhäuser und Umschlagplätze sind im Frankfurter Osten weitgehend schicken Werbeagenturen gewichen, deren Mitarbeiter/innen hier gerne ihre kalorienreduzierten Mittagssnacks zu sich nehmen.

Nach ein bisschen Sonne tanken, ging es wieder zur Arbeit.

Doch nicht mehr lange, dann fuhr ich hinaus ins Wochenende!

Kinder- und Elternessen

Der Opa hatte uns am Sonntag zuvor selbstgemachtes rotes Pesto mitgebracht! Besonders die Zwergin der Familie genoss das sehr. Hier sehen Sie, wie sie einen Nachschlag nimmt. Meine Tochter (9) ist hingegen noch immer in einer Entwicklungsphase, die eine strenge “Pfannkuchen und Butterbrot”-Diät verlangt und weigerte sich daher das Pesto zu probieren. Die Dame und ich gönnten uns eine kleine Portion, denn wir hatten noch Pläne.

Die Babysitterin kam und wir gingen. Beziehungsweise fuhren mit der Tram ins Bahnhofsviertel.

Denn eine Kollegin hatte der Dame ein Sushi-Restaurant empfohlen. Der Laden hatte zwar eine merkwürdige 80er-Mosaik-Kachel-Wandbekleidung. Aber dafür auch ein stilechtes Sushi-Karussel. Die Reisröllchen waren gut, aber nicht außergewöhnlich und die Bedienung war freundlich. Es war ein teurer Spaß, aber das muss auch mal sein, nicht wahr?

Anschließend gingen wir direkt nach Hause, um unseren Geldbeutel nicht auch noch mit zu hohen Kosten für die Babysitterin zu belasten. Die Dame fühlt sich überhaupt nicht wohl im Bahnhofsviertel. Ich kann das nachvollziehen, schließlich gibt es hier eine eigentümliche Mischung aus Rotlichtmilieu, Drogenszene, Bars, Clubs, Hipstern, Bankern und Touristen. Aber irgendwie mag ich das. Es ist einer der am authentischsten Großstadt-Orte in Frankfurt. Ich fühle mich auch nicht unsicher. Klar, ich habe da den entscheidenden Vorteil, ein Typ zu sein. Aber auf mich wirkt das hier immer so, als würden die verschiedenen Milieus sich um ihren eigenen Kram kümmern und gegenseitig gepflegt ignorieren. Verglichen damit sind mir die Jungesellen-Abschiede und aggressiven Komasäufer im Partyviertel Alt-Sachsenhausen wesentlich unangenehmer …

Der Abend geht zur Neige

Der Abend war mild, daher gönnten wir uns noch ein Bier und Gespräch auf dem Balkon – das erste des Jahres. Der Mai ist eben auch nicht ganz schlecht.

Doch mein Sushi-Bauch wollte hochgestreckt werden. Daher trollte ich mich bald darauf ins Bett und sah als Schlummertrunk für meine Augen noch eine Folge “Master of None”. Es war die erste der dritten Staffel und sie war eine ganz großartige Hommage an den italienischen Neorealismus – allem voran an Fahrraddiebe. Unbedingte Sehempfehlung. Gute Nacht.

Dies ist keine Tragödie

Wenn du Kinder hast, dann bekommt Ostern selbst in einem postreligiösen Lebensentwurf wieder eine Bedeutung. Das Feierwochenende wird durch den Nachwuchs dem Großelternbesuch geweiht.

Haus, ohne Fachwerk und Ordnung
Haus, ohne Fachwerk und Ordnung

Entsprechend zog es auch uns mit Kind und Kegel raus aus den versmogten Hochhausschluchten. Wir fuhren zur Osterfrische dorthin, wo statt Straßenbahnen getunte Mercedes mit Freiwildaufklebern rumtuckern: Aufs Land. Wir fuhren nach Schwabenland – wo die Menschen Schrebergärten haben, deren Lauben Solarzellen tragen. In eine Kleinstadt mit vielen Fachwerkhäusern und noch mehr Ordnung. Ins Ländle – dieser eigenartige Kombination aus geradezu italienisch anmutender Landschaft mit nicht mehr ganz sanften Hügeln und Weinreben auf der einen Seite und Menschen, die deutscher nicht sein könnten auf der anderen.

Viel ist schon gesagt worden über Ostern: Vom Tanzverbot bis zur Wiederauferstehung, von der Doppelidentität von Hasen bis zum Fernsehprogramm mit Charlton Heston und Mel Gibson. Doch ich möchte diesen Text dem vernachlässigten, wohlstandsverwarlosten Samstag widmen. Er ist weder ganz Kar- noch vollends Oster-. Eingequetscht zwischen dem ruhiggestellten Freitag und dem schokoladenkomatösen Sonntag steht er da, hibbelig in seiner Ecke wie der vom Lehrer gemaßregelte Klassenclown kurz vor der großen Pause.

Weil unsere Menschen-Beine am Freitag böswillig vom Tanzen abgehalten wurden, strebten sie am Samstag zwangsläufig gen Freiheit! Doch wohin sollten sie sich wenden? Sollten sie dem Ruf von Ginger Rogers und  Fred Astaire folgen? Sollten sie sich mit Stollen bewehren und gegen das runde Leder treten? Nein, für unsere Lauffortsätze konnte es nur ein Ziel am Zwischensamstag geben: Den Einkauf. Ein Urinstinkt trieb unsere Beine und mit ihnen den Rest von uns an: Da auf den Unsamstag zwei Tage folgen, an denen wir dazu verdammt sind, nicht zu konsumieren, haben wir Menschen zwangsläufig den Drang, am Nachkarvorostersamstag Vorräte für zwei Wochen anzulegen. Ja, der Einkauf an jenem Tag ähnelt in deutschen Innenstädten daher der Belagerung Wiens durch das osmanische Reich nur mit weniger Kaffee – schon ausverkauft.

Wie die Langobarden nach Italien zog es uns mit vielen anderen in jenen autobefreiten Teil der Stadt, den Victor Gruen einst versehentlich dem Konsum gewidmet hatte. Die in den kommenden Tagen vor uns liegenden Gelage fest im Blick, wanderten wir auf den Wochenmarkt. Der Opa vorneweg, zielstrebig einen Stand nach dem anderen ansteuernd. Meine Töchter motiviert hintendrein, bereit zum Aufbruch in neue Welten. Die Dame tastete sich zögerlich voran, auf der Hut vor Geistern der Vergangenheit. Ganz hinten trottete mein Körper. Doch mein Geist war währenddessen auf einem Roadtrip mit David Foster Wallace – Although Of Course You End Up Becoming Yourself. Seit Wochen befand ich mich schon im Kaninchenbau der Gedanken dieses Autors. Hatte eine geistige Affäre mit Wallace. Rauchte Zigaretten, kaute Tabak: “I mean, most of the word surrealism is realism, you know?”. Und so schob ich auch an jenem Samstag den meist leeren Buggy über den schwäbischen Markt. Suchte Gelegenheiten das zu große Buch aus der Tasche meines abgetragenen Parkas zu ziehen, zu entknicken und Worte Welten werden zu lassen.

An einem Brunnen standen zwei Männer, die rhythmisch mit Kleingelddosen schüttelnd für den Erhalt ebenjenes Wasserspiels sammelten. Ihr Gruß war aggressiv fordernd, ihr Blick vorwurfsvoll, als ich vorbeiging, den meinen gesenkt. Die Scham über meinen eigenen Geiz schwelte ein wenig in meiner Brust. Doch ich wollte nichts geben, es ist nicht mein Brunnen. Schließlich kenne ihn nicht, weiß gar nicht ob er sympathisch ist. Vielleicht ist es ein extremistischer Brunnen. Weiß ich, ob er AfD wählt? Ob er “nichtschwäbische Brunnen raus!” fordert? Wie kann ich so unverantwortlich für einen Brunnen spenden, der ein Arschloch sein könnte?

Doch das schlechte Gewissen quälte mich wie der Geist der zukünftigen Weihnacht. Während ich halb lesend halb schiebend voranschritt, hatte ich ständig das Gefühl etwas falsch zu machen. Von links und rechts schrie es mir unentwegt “Halloo!” entgegen. Ich stand unentwegt im Weg. Ausweglos wegversperrend auf diesem verwegenen Wochenmarkt. “Tschuldigung” murmelnd schob ich ein ums andere Mal weiter, nur um den nächsten “Halloo!”-Ruf zu vernehmen. Viel zu spät für das Käppsele, für das ich mich halte, wurde mir bewusst, dass ich mitnichten auf Fehler aufmerksam gemacht wurde, sondern ein Opfer des lokalen Dialekts geworden war. Vielleicht sogar ein Täter meiner eigenen Ignoranz. Was ich als Vorwurf vernommen hatte, waren nicht die Ermahnungen des aggressiven Bruders vom Meister Eder an seinen Kobold gewesen, sondern schlichtweg landesübliche Begrüßungen. Schwäbisch klingt wie Schimpfen.

Durch des Frühlings holden, belebenden Blick wurden meine Tochter (2) und ich schließlich auf ein pathetisch-kleines Hubschrauberimitat vor einem abgekürzten Wortspiel-Drogeriemarkt aufmerksam, dessen Daseinsberechtigung darin bestand, sich zu heben und wieder zu senken, sobald einer oder eine einen Euro zu entbehren wagte. Meine Tochter stand mit ehrfürchtig staunenden Augen vor dem Maschinchen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie Kinder die Orte und Dinge auf Anhieb erkennen, die für sie geschaffen wurden. Beziehungsweise deren Zweck es ist, den Eltern einen Euro zu entlocken. Nachdem frühaufgestandenere Kinder den Minihubschrauber  freigegeben hatten, erklomm mein Minimensch den faszinierenden Apparat mit so viel Mühe, als handele es sich um einen Mil Mi-26. Nachdem sie standesgemäß im Cockpit platzgenommen hatte – Amelia Earhart hätte es nicht besser machen können – warf ich das Kupfernickel-Scheibchen mit dem Nickelmessing-Ring in den Automaten.

Mit mechanischem Brausen und Brummen, mit unheilvollem Knacken und einer blechernen Melodie, die nicht minder gespenstig klang als jene vom Eiswagen, der an Sommertagen durchs Frankfurter Ostend irrlichtert, begann das mitleiderregende Helikopterimitat sich zu heben und zu senken. Jeder Durchgang ein blechernes Ächzen ob der Sinnlosigkeit seiner Existenz. Geradezu tragisch war, dass die einzige Daseinsberechtigung des Lumpenhubschrauberle sich in dieser, unserer Geschichte in ihr Gegenteil verkehrte.

Was war denn seine Daseinsberechtigung?
Na, Spaß machen!
Wem den?
Na, meiner Tochter (2).

Denn das kleine Wunder, an dessen Erschaffung ich nicht ganz unbeteiligt war, begann zu weinen. Das ganze Auf und Ab, das Ächzen und Brausen und Brummen, das Knacken und die Geistermelodie waren schließlich doch zu viel für die kleinen, frischen Sinne, die es noch verstehen, sich schon an einer Ameise zu erfreuen. Das Mädchen streckte die kleinen Ärmchen aus in jener unmissverständlichen universalen Geste, auf die alle Menschen mit elterlichen Neuronen nicht anders können, als dem stummen Wunsch zu folgen und dem Minimensch einen Safespace auf dem Arm zu gewähren.

In den blinkenden Scheinwerferaugen des Blechbrummers stand indes ohne Frage der stumme suizidale Vorwurf: “Seht mich an. Ein Hirn von der Größe einer SD-Karte und man lässt mich einsam auf und ab steigen. Nennt man das vielleicht berufliche Erfüllung? Also ich nicht.” Erneut ergriff mich die Scham, sprach der traurige Blick des verhinderten Freudespenders  doch meine tiefste Unsicherheit an. Hatte ich – nun vielleicht keinen Menschen – aber doch ein Ding unglücklich gemacht? Panisch blickte ich mich um auf der Suche nach einem Ausweg aus dem Dilemma.

Keine Sorge: Dies ist keine Tragödie. Als mein Blick wirrend suchte, bemerkte ich, dass mittlerweile Scharen von Kindern uns umgaben, als wäre ich ein Rattenfänger und die Helikopterdepression meine Flöte. Einer Mutter, die mit zwei Kindern am nächsten stand, bot ich also den freigewordenen Platz an und die beiden Wachstumsphasen auf vier Beinen konnten ihr Glück nicht fassen. Sie eilten, sprangen, flogen in den Hubschrauber. Der alte Blechgesell dankte mir stumm mit einem fraternisierenden Blinken seiner Lampenaugen.

Aber als ich schon bereit war, dem Sonnenuntergang entgegenzureiten, fiel mein Blick auf zwei andere Kinder: ein Mädel und ein Bub. Auf ihren trauervollen Mienen stand der stumme Wunsch geschrieben, auch einmal mechanisch gen Himmel gehoben zu werden. Was oder genauer wer es ihnen versagte, war ein alter Mann, von dem ich einmal hoffen will, dass es ihr Opa war. Dieser hielt die Kleinen mit seinem Krückstock zurück während er in einer Zunge auf sie einsprach, die sich verdächtig nach Parsel anhörte. Wahrscheinlich handelte es sich aber eher um die Vorgenerationenvariante der natürlichen Sprache von Einwohnern des lokalen Habitats.

Mein Herz rutschte mir erneut in meine abgewetzten Jeans. Doch nicht lange da nahm das Schicksal die nächste Wendung, da kamen die Schiffe den Anduin hinaufgefahren. Der Vater der Balgen nahte! Meine Hoffnung teilend wand sich sogleich auch das Mädchen an ihren Erzeuger und wie sich bald herausstellen sollte Ernährer: “Babah, Babah, dr Fluhg koschtet nur oin Euro!” Glücklich lächelnd konnte ich das stumm nickend abseits stehend bestätigen. Doch mein Lächeln gefror, als ich die Entgegnung des Vaters hörte: “Woisch, wie lang ma für oin Euro arbeide muss?”. Der Junge, älter und schon auf die richtige Antwort konditioniert, als wäre er der treue Gesell Pawlows, kannte die erwünschte Antwort: “Sehr lang”. Als ich diese Worte vernahm, schüttete meine Nebenschilddrüse Apfelweinfässer von Parathyrin aus. Ich wollte den Kleinen einen Euro in die Hand drücken. So wie es eigentlich die Pflicht von Omas und Opas ist: Vermeintlich unauffällig in einem nicht gekonnten Kleindealerhandschlag: “Hier. Ich muss nicht so lange dafür arbeiten. Und manchmal muss man auch einfach mal einen Euro ausgeben, damit sich der Hubschrauber hebt.” Aber ich traute mich nicht. Denn hinter Mädchen und Junge stand der Opa, leise Parsel murmelnd, den Stock bereithaltend. Dies ließ nur die Konklusion zu, dass er seinen Zauberstab genauso aufbewahrte wie Lucius Malfoy.

Daher nahm ich meinen Wonneproppen bei der Hand und ging, ein wenig traurig, doch um eine Erfahrung reicher davon. Dem sonntäglichen Festgelage entgegen und bald darauf auch wieder zurück in meine Heimat, wo die Häuser höher sind als die Bäume und die Menschen zwar ein bisschen schlechtgelaunt und schnodderig wirken, aber zumindest einen Euro für ihr Herzblatt übrighaben.

12 von 12 im April 2017

Es war der Mittwoch vor Ostern im Jahre 2017 des Herrn, als es sich begab, dass ich meinen Tag in 12 Bildern zu dokumentieren suchte. Ich hoffe, ihr findet diesen biblischen Einstieg genauso angemessen, wie ich.

Der Tag begann unbiblisch-profan mit Routine: Aufstehen, …

Kinder wecken, …

Kaffee kochen und Milch trinken, …

Anziehen, …

Frühstücken.

Das erste wirklich spannende Foto ist dieses: Meine Tochter (9) verlässt das Haus, um zu den Ferienspielen in den Hort zu gehen. Heute ist Skating-Tag.

Ich muss euch warnen, es folgt nun ein “Sie werden so schnell groß”-Erinnerungsklischee. Aber sie werden so schnell groß! Komischerweise denke ich immer an Kinderkrankheiten, wenn ich mich zurückerinnere, wie sehr meine Tochter (9) schon gewachsen. Vielleicht, weil sie in jenen Phasen am verletzlichsten war. Wenn ich dieses toughe Mädchen mit seinem Skateboard sehe, dann sehe ich in Gedanken den Wurm, dessen Krankheitsverlauf ich mit einer Fieberkurve dokumentierte – immer zweifelnd, ob hier noch ein Fiebersenker angemessen ist oder ob wir nicht doch lieber gleich ins Krankenhaus fahren sollten. Ach, irgendwie lesen sich diese Zeilen unangenehm. Schließlich habe ich auch schöne Erinnerungen. Daher lieber gleich weiter zum nächsten Foto.

Das entstand in unserem Keller, wo mein Fahrrad steht. Ich glaube, ich habe in dieser Reihe schon darüber geschrieben, dass mir in meinem Leben bereits drei Fahrräder gestohlen wurden.  Daher übernachtet der Drahtesel hinter drei verschlossenen Türen und ist zusätzlich an ein Regal gekettet.

Nun begann mein Arbeitstag. Mein Teamleiter hat darum gebeten, dass wir nicht mehr während der Arbeit instagrammen. Ich arbeite in einer Agentur, die Social Media für einen sehr großen Kunden macht und der “soll nicht denken, dass wir nicht ausgelastet sind” – so mein Chef. Na, diesen Gefallen kann ich ihm tun. Schließlich habe ich wahrlich genug Arbeit. Daher unterbreche ich meine 12 von 12 an dieser Tür.

Allerdings endete mein Arbeitstag an jenem Mittwoch schon nach vier Stunden. Ich hatte noch einen Termin. Dieser ging schon wieder mit dem Thema “sie werden ja so schnell groß” einher. Denn meine Tochter (2) kommt im Sommer in den Kindergarten. Dafür unterschrieben wir am Mittwoch den Betreuungsvertrag. Wir waren schon sehr nervös.

In Frankfurt erfolgt die Kindergartenplatzvergabe seit einem Jahr online über ein zentrales Portal. Die Idee dahinter ist gut: So sollen Doppeltanmeldungen vermieden werden und jedes Kind soll schneller und sicherer einen Platz bekommen. Aus Elternsicht war der Prozess aber nervenaufreibend, da das System eine Blackbox ist. Wenn du einmal die Daten in die Maske eingetippt hast, fehlt dir jeder Einblick darüber, an welchem Punkt im Vergabeprozess du dich befindest. Wie viele Mitbewerber gibt es? An welchem Platz der Warteliste stehen wir? Wurde schon entschieden?

Wir meldeten uns bei den Kitas im Viertel an, die wir gut fanden und von diesem Moment an hieß es warten. Ohne eine Info. Im Februar bekamen wir eine Zusage. Leider war sie von dem Kindergarten, den wir von den sechs oder sieben ausgewählten am wenigsten mochten. Am liebsten wäre uns gewesen, dass unsere Tochter in den Garten gekommen wäre, in dessen Krippe sie schon geht. Daher lehnten wir das Angebot im Februar ab. Mit Magengrummeln. Dann kam der März und mit ihm die offizielle Deadline für die Vergabe. Das bekamen wir vor allem dadurch zu spüren, dass unsere Krippe uns absagte – wir hatten keinen der begehrten Plätze bekommen.

Der März ging und keine weitere Zusage kam. Wir schliefen immer schlechter. Was sollten wir tun, wenn wir auch im April nichts bekommen? Unsere Krippe bot uns an, dass die kleine noch ein halbes Jahr über den dritten Geburtstag hinaus bleiben darf. Sollten wir auch Kindergärten außerhalb unseres Viertels mit in die Auswahl nehmen? Abgesehen davon, dass die Kleine dann aus ihrem sozialen Umfeld gerissen würde, sind wir schon einmal mit der Großen ein halbes Jahr zum Kindergarten mit der S-Bahn gependelt, weil wir innerhalb Frankfurts umgezogen waren. Das war eine sehr stressige Zeit für die ganze Familie. Daher fiel sowohl der Dame als auch mir ein riesiger Stein vom Herzen, als vor einer Woche die E-Mail ankam: “Es liegt ein Betreuungsangebot vor”. Ich habe so laut aufgeatmet, dass sich gleich mehrere Kollegen in meinem Büro umdrehten und sich erkundigten, was los war.

Die Dame hatte in der Nacht noch Albträume gehabt, dass auf den letzten Drücker uns etwas im Betreuungskonzept der Kita in die Augen springt, weswegen wir doch wieder absagen müssen. Aber letzten Endes war alles im grünen Bereich und unsere Tochter (2) ließ sich nur mit Mühe und Not von der Rutsche  ablösen und aus ihrem zukünftigen Kindergarten fortlocken. Da hatten wir uns wirklich ein Eis verdient! Für mich das erste des Jahres. Es war kalt, aber lecker.

Dann ging es nach Hause …

… und erschöpft, wie wir waren, gingen wir auch bald ins Bett. Bis nächsten Monat!

12 von 12 im März 2017

Nachdem ich im letzten Monat nicht dazu kam, sind hier wieder 12 Bilder von meiner 12. des Monats!

Erstmal einen Kaffee

Um sieben Uhr begann der Tag. Meine Tochter (2) war schon am Abend zuvor in unser Bett gekrochen – sie sieht zurzeit nicht ein, allein in ihrem kalten Bett zu pennen, wo es bei Mama und Papa doch viel schöner ist! Um 6 Uhr kam dann auch die Neunjährige und kuschelte sich zu uns, woraufhin es doch recht eng wurde. Daher meine Bettflucht.

Aber mit dem Kaffee kehrte ich dann aber noch einmal zurück.

Die Dame ging joggen und anschließend frühstückten wir. Beziehungsweise die anderen drei – ich versuche noch immer ein paar Weihnachtsplätzchen wieder loszuwerden und verzichtete daher auf Frühstück. Gut, zwei angefangene Joghurts wollten die kleinen Feinschmeckerinnen nicht aufessen, weswegen ich mich erbarmte. So ging ich dann doch nicht ganz leer aus.

Putzen und Waschen

Ganz unchristlich machte der Agnostiker, der ich bin, dann erst einmal den Haushalt an einem Sonntag. Die Dame war gestern den ganzen Tag mit Freundinnen unterwegs, weswegen ich mit den Töchtern das schöne Wetter nutzte und auf den Spielplatz am Hafenpark an der EZB ging – auf jeden Fall eine Empfehlung.

Da die Dame und ich aber beide berufstätig sind, blieb mir nichts anderes übrig, als meine liegengebliebenen Haushaltspflichten am heiligen Sonntag zu erledigen!

Mittagsschlaf

Meine Tochter (2) hat eigentlich gerade eine absolute Mama-Phase: Wickeln, am Tisch neben ihr sitzen oder zu Bett bringen – alles soll die Mama machen. Aber das kommt bei uns nicht in die Tüte. Die Dame und ich wechseln uns ab, ob das der Kleinen gefällt oder nicht, so lautet nun einmal unser Familienvertrag. Nach anfänglichen verhaltenen Protesten ging dann der Mittagsschlaf auch ganz easy.

Die Dame ging mit unserer Tochter (9) ins Kino – es gab den Lego-Batman-Film. Er war wohl ganz lustig. Ich nutzte die Kinderpause hingegen, um eine Podcastfolge vorzubereiten. Ausnahmensweise war es keine Spätfilm-Folge. Ich bespreche mit Christian von der Second Unit alle Harry-Potter-Filme. Das machen wir in seinem Podcast. Angelangt sind wir beim fünften Film: Der Orden des Phoenix (Link zu meiner Besprechung des Buchs).

Irgendwann entschloss sich meine Tochter dann aufzustehen … nur um noch ein zweites Nickerchen auf meinem Schoß einzulegen.

Eiszeit und Badezeit

Aber früher oder später ist auch der längste Mittagsschlaf vorbei. Für mich gab es Kaffee und …

… die anderen Drei aßen Eis. Mit Waffel! Das war meiner Tochter (2) ganz wichtig. Ich verzichtete – ihr wisst schon: die Weihnachtsplätzchen.

So ein Kleinkind ist so ein Eis ja nicht nur mit dem Mund sondern mit Leib und Seele. Daher war es nach dem Eis an der Zeit für eine Ganzkörperreinigung. Auch wenn die Kleine natürlich nach der Mama verlangte, übernahm ich den Job. Das Waschen der Kinder erst kürzlich in meinen Haushaltsaufgabenkatalog eingetragen worden. Außerdem lässt die Kleine sich von mir die Haare waschen, ohne zu schreien. Normalerweise … Nach ihr ließ ich mir selbst noch ein Bad ein und las Neil Gaimans siebten Sandman-Band “Brief Lives” zu Ende – neben dem vierten Teil der bislang beste.

Netflix and chill

 

Nach dem Abendessen brachte die Dame ihre Tochter (2) ins Bett, während ich die Zeit, die meine Tochter (9) im Bad brauchte, nutzte, um eine Folge der Serie Love auf Netflix zu gucken. Die Serie ist ganz nett, aber nicht überragend. Wie es der Titel schon verrät, geht es um die Liebe und ihre Tücken jenseits der ausgetretenen Rom-Com-Pfade: Alles ist etwas komplizierter und weniger perfekt. Das mag ich.

Wir lesen uns hoffentlich nächsten Monat wieder.

12 von 12 im Januar 2017

Im Dezember musste ich meine 12 von ausfallen lassen, da ich zu sehr im Vorweihnachtsstress steckte. Aber jetzt sind sie wieder da – mit etwas Verspätung.

Aufstehen

Tja, ja, so ist das: Nachts will meine Tochter (2) nicht schlafen. Es sei denn, sie darf ins Bett von Mama und Papa kommen. Aber wenn wir morgens um 6:45 Uhr dann aufstehen müssen, ja, dann schläft sie wie ein Murmeltier!

Sofa

 

Unser altes Sofa war durch. Am Lattenrost waren zwei Latten gebrochen, die Polster waren durchgesessen und die ehemalige Farbe nur noch zu erahnen. Daher haben wir den Plan gefasst, dass wir am Samstag O.o zum berühmten nordeuropäischen Möbelhaus fahren und ein neues Sofa bestellen. Der Sperrmüll wurde aber bereits vorgestern abgeholt, daher haben wir nun diese improvisierte “Simplify Your Life” Variante im Wohnzimmer. Sie hat ja was … aber es ist nicht unbedingt Komfort.

Kaffee

… ist morgens überlebensnotwendig. Nicht zuletzt weil auch meine Tochter (9) in letzter Zeit an starker Morgenmuffeligkeit leidet und auf das Wecken nicht sooooo freudig reagiert, wie ich mir das wünschen würde.

Fahrradpendler

Auf geht’s zur Arbeit! Am besten komme ich dahin mit dem Fahrrad. Im Winter hat mein Arbeitsweg dafür dann die erhöhten Schwierigkeitsgrade Kälte und Nässe. Aber mit der richtigen Kleidung geht alles!

Der Weg zur Arbeit

Aber dafür werde ich jeden Tag mit diesem Anblick belohnt! Ich kann mir kaum einen schöneren Arbeitsweg in Frankfurt vorstellen, als morgens am Main entlangzuradeln.

Schlucht

Hier parke ich mein Fahrrad übrigens. Auch nicht schlecht, oder?

Mittagspause

Mittags gehe ich selbst beim Schmuddelwetter der letzten Tage mal kurz raus, einen Salat im Supermarkt kaufen, ein bisschen Pokemon spielen und frische Luft schnappen. Gestern hatte ich Glück: Die Sonne kam raus und am Wasser war es kurz sehr schön …

… Doch dann ging es zurück ins Warme. Ich lese noch immer “Unendlicher Spaß” von David Foster Wallace. Das hat aber auch 1.600 Seiten und ist nicht unbedingt leichte Kost. Seit 2003 notiere ich mir alle Bücher, die ich gelesen habe. Seitdem ich ein Smartphone besitze, wurden die jährlichen Leselisten immer kürzer. Ich habe zwar effektiv mehr gelesen als früher. Aber eben hauptsächlich Online-Publikationen. Doch Ende 2014 beschloss ich, dass ich das nicht möchte. Das Lesen von Büchern ist eine Kulturtechnik, die ich gerne weiterhin praktizieren möchte. Online-Texte benötigen selten mehr als eine halbe Stunde zum Lesen. Ein Buch verlangt wochen- oder monatelange Aufmerksamkeit. Die aufrechtzuerhalten möchte ich nicht verlernen. Mein Plan ging auch auf: Meine jährlichen Listen wurden wieder länger.

Feierabend

Noch ein bisschen arbeiten, dann hatte ich auch schon Feierabend …

… Das Wetter hielt und so glitzerte Frankfurt in der Nacht.

Aber eigentlich hatte ich noch gar nicht Feierabend. Ihr kennt das: Zuhause warteten zwei kleine Mädchen, deren Bäuche gefüllt werden mussten und die anschließend ins Bett gehörten. Anschließend schrieben die Dame und ich noch einen Text für eine Filmzeitschrift. Dazu wurden wir eingeladen und die Deadline rückt näher. Doch dann hatten wir endlich Elternfeierabend!

Schlafenszeit

Dann rief auch uns das Bett. Ich schaute noch ein paar Minuten von Fahrraddiebe  von Vittorio De Sica – Ich versuche mich einmal von hinten nach vorne durch die Filmgeschichte zu gucken und bin mittlerweile im Jahr 1948 angekommen. Fahrraddiebe kann ich sehr empfehlen (hier meine Kurzrezension auf Letterboxd): Der Film ist zurückhaltend inszeniert aber sehr dramatisch. Stark!